Jeder Mensch sieht anders aus – und jeder Fuß auch!

Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Fußmaßen in Länge und Weite sind gewaltig. Doch wer zu sehr vom durchschnitt abweicht, hat oft Schwierigkeiten, passende Schuhe zu finden. Zu große, zu kleine, zu enge, zu weite Schuhe können zu Problemen mit den Füßen führen, von verdickter Hornhaut bis zu Fußdeformitäten ist dabei alles möglich.

Besonders Frauen lassen sich von der Mode dazu hinreißen, unpassende Schuhe zu kaufen, frei nach dem Motto: „Wer schön sein will, muss leiden!“. Modische Schuhe werden meist nach einem Idealfuß entworfen und sollen dem aktuellen Trend entsprechen. Dabei ist es schwierig, den vielen unterschiedlichen Fußformen gerecht zu werden.

Die Zehenlänge gibt den Ton an

Füße lassen sich anhand der Zehenlänge in drei Formen einteilen:

-Ägyptischer Fuß: Die Großzehe überragt die übrigen Zehen in der Länge. Diese Fußform haben die meisten Menschen in Mitteleuropa.

-Griechischer Fuß: Die zweite oder dritte Zehe ist am längsten.

-Quadratfuß bzw. Römischer Fuß: Die ersten drei Zehen sind ungefähr gleich lang, der Fuß ist kurz, kräftig und wirkt gedrungen.

Aber es gibt auch seltene Ausnahmen, die sich nicht in diese drei Kategorien einordnen lassen.

Normalfuß, Plattfuß, Hohlfuß

Auch in der Form des Längsgewölbes gibt es unterschiede. Der normale Fuß ist mittelgewölbt, so dass beim Fußabdruck die typische Form entsteht. der so genannte Hohlfuß ist zu sehr gewölbt, d. h. beim Fußabdruck gibt es eine Lücke zwischen Ferse und Vorfuß. Beim Plattfuß dagegen liegt die gesamte Fußfläche auf. Die beiden Fehlstellungen Hohlfuß und Plattfuß können bereits angeboren sein. Einlagen sind hier in jedem Fall ratsam.

Das Problem Schuhkauf

Schuhe können nicht immer gleichzeitig modisch und gesund sein. Wer eine Fußform hat, die nicht dem Durchschnitt entspricht, muss beim modischen Aspekt meist abstriche machen. Aber auch dann kann es noch schwierig sein, das passende Modell zu finden.

Wer besonders lange oder kurze Füße hat, findet passende Schuhe in Spezialgeschäften. Hier gibt es meist auch Marken mit besonders weiten oder besonders schmalen Modellen oder selten sogar in mehreren Weiten pro Modell. Die Meisten Schuhhersteller verzichten jedoch auf verschiedene Weiten, da diese die Kosten in Herstellung und Handel erhöhen. So sind insgesamt nicht genug Weiten im Angebot, dabei könnten schon mit drei Weiten 80 bis 90 % der Erwachsenen mit gut passenden Schuhen versorgt werden. Wenn die gewünschte Weite nicht vorhanden ist, suchen Kunden mit breiten Füßen oft zu lange Schuhe aus, Kunden mit schmalen Füßen oft zu kurze. Die bereits bestehenden Weitensysteme sind nicht einheitlich. So bleibt es für den Käufer schwierig, die richtige Größe zu finden. Deshalb gibt „Das Schuhinstitut“ den Tipp, sich Marke, Modellserie, Länge und Weite zu notieren, wenn man einen besonders gut sitzenden Schuh gefunden Hat. Dann ist die Suche beim nächsten Kauf sehr viel leichter.

Auch wenn Länge und Weite stimmen, kann es immer noch sein, dass die Schuhe im Bereich des Fußrückens, der Zehen oder der Ferse nicht richtig passen. Schuhe mit einer Schnürung, die weit nach vorne geht, lassen sich besser individuell anpassen.

Als Faustregel für den Schuhkauf gilt: Der Schuh muss im Fersenbereich fest sitzen und nicht schlappen, im Mittelfuß passend sein und vor den Zehen noch etwas Luft zur Bewegungsfreiheit lassen. Außerdem sollten Schuhe immer schon beim Kauf passen. Deshalb nie auf Verkaufsargumente hören wie: „Der Schuh weitet sich aber noch!“

Fußprobleme aufgrund falscher Schuhe

Unpassende Schuhe führen langfristig fast immer z Fußproblemen. Zu enge und reibende Schuhe rufen Blasen, Schwielen und Hühneraugen hervor. Durch zu enge, zu schmale und zu spitze Schuhe nimmt die Muskelaktivität ab. Auch die Durchblutung wird beeinträchtigt, es kann zu Krampfadern kommen. Schmale Füße in zu weiten Schuhen hingegen entwickeln sich oft zu einem Spreizfuß. Schuhe sollten deshalb so anliegen, dass sie eine bandagierende Wirkung haben, aber nicht drücken.

Der so genannte Spreizfuß entsteht auch durch hohe Absätze, spitze oder zu kurze Schuhe. Auch Übergewicht und langes Stehen können Ursachen sein. Der Spreizfuß ist eine Senkung des Fußgewölbes in Querrichtung und lässt sich durch Fußgymnastik lindern. Wenn auch das Längsgewölbe des Fußes mitbetroffen ist, spricht man von einem Senk-Spreizfuß. Eine Spätfolge kann der schmerzhafte Hallux valgus sein.

Hammerzehen und Krallenzehen stehen oft im Zusammenhang mit Fußfehlstellungen wie Spreizfüßen, Plattfüßen oder Knickfüßen. Häufige Ursache für Zehdeformitäten sind zu enge Schuhe, bei denen die Zehen vorne anstoßen und sich dadurch verkrümmen. Da die Fußmuskeln heutzutage nicht mehr genug genutzt werden, verkümmern sie im Laufe des Lebens. Deshalb können die Muskeln die Zehen nicht mehr strecken und der Verkrümmung der Zehen entgegenwirken. Um die Fußmuskeln zu aktivieren und zur Vorbeugung eignet sich neben passendem Schuhwerk das regelmäßige Barfußlaufen auf Sand, Gras oder Kies.

 

Quelle: Fusspflege Aktuell Ausgabe 2/2006